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STILVOLL LEBEN MIT KLEINEM BUDGET / WOHNEN TEIL 4

Freitag, 4. Mai 2018

Kunst ohne Künstler: Kreiere dein eigenes Meisterwerk Schlechte Kunst (pflegte mein Grossvater, ein Maler, beim Frühstück zu sagen) ist schlimmer als gar keine Kunst! Doch das hielt mich nie davon ab, Poster und Collagen an meine Wände zu hängen. Gauguin hat das getan, warum also ich nicht?
Drucke sind, wie Postkarten, einfach ein schönes Fragment des Originals. Jahre und ein paar Wände später, bin ich der Meinung dass alles Kunst sein kann, was man sich (mit der richtigen Einstellung) an die Wand hängt. In alten Bauernhäusern schmücken ehrwürdige Gebrauchsgegenstände wie Sensen oder alte Emaillesiebe die weissgetünchten Wände, und ihre offensichtliche Authentizität verstöhmt so viel mehr Energie als eine Sonnenblume von Van Gogh in einem billigen Messingrahmen. Eines meiner Lieblings ''Kunstwerke'' sind zwei rosane, indisch angehauchte Teller in die man Kerzen legen kann. Manchmal sitze ich da und bewundere diese einfach, wie schlicht und doch speziell sie an einer sauberen weissen Wand hängen. Egal, wie minimalistisch euer Geschmack ist: Die Seele braucht Schönheit. Ich brauche in meiner Umgebung das Gefühl, das zur Schau gestellte und betrachtete, Kunst hervorruft, damit ich weiss, das ich am leben bin. Ich zögere nicht, die ganze Wand voller Fotos und Postkarten zu pinnen, nur um mit der Energie eines Raumes und meiner eigenen Stimmung zu spielen. Wie oft wird doch, wenn wir in kleinen Räumen leben, die Dekoration im Namen der Nützlichkeit vernachlässigt und mit Füssen getreten! Meine liebsten Einrichtungsgegenstände verbinden beides miteinander, tendieren aber stark zum ornamentalen, das macht einfach mehr Spass!




Hängt alles an einen Nagel!

Ein schönes Kleid, ein Seidenkimono oder eine alte Fahne eignen sich als Schmuck für eine kahle Wand ebenso wie eine Schullandkarte aus einem anderen Jahrhundert (die es übrigens ganz billig auf Flohmärkten gibt). In einem verlasten Rahmen von IKEA oder einem leeren Vintage-Rahmen könnt ihr immer zwischen den Objekten abwechseln, z.B eine Kinderhaube, einen einzelnen abgelegten Opernhandschuh, eine Collage aus Konzertkarten oder eine Handvoll getrockneter Blumen. Liebhaberkunst, wie man sie bei Garagenverkäufen und in Gebrauchtwarenläden findet, ist viel ausdrucksvoller, wenn mehrere Stücke gruppiert werden. Auch die Kulisse ist entscheidend. Mir gefallen zum Beispiel Blumengemälde an einer cremefarbenen Wand und Gemälde von Haustieren zu einer pastellblauen Wand. Schlechter Geschmack in kleinen, konzentrierten Dosen hebt den guten Geschmack hervor, das haben Designerlegenden wie Jonathan Adler bewiesen. Auch leeren Bilderrahmen (z.B Stuckrahmen aus den zwanzigern) und Spiegel eignen sich als Wanddeko, die sich mühelos sammeln und arrangieren lässt. Durch Spiegel erhalten selbst kleinste Räume Opulenz, gebrochenes Licht und Tiefe; eine Spiegelgalerie lädt ein, an der gegenüberliegenden Wand beispielsweise getrocknete Blumen oder ein grosses Stück Stoff aufzuhängen. Trocknet Sträusse aus Sentimentalität oder für die Vase, wenn ihr euch keine frischen Blumen leisten könnt. Mischt für einen richtig poetischen Strauss die Farben: fliederfarbene Pfingstrosen, Purpurfarbene Rosen oder welche im pastelligen gelb nehmen durchs trocknen satte Altmeister Farbtöne an und sehen ein wenig aus wie alte, Aquarell nach kolorierte Postkarten. Getrocknete Rosen machen sich gut über einem Türrahmen, fächerartig aufgehängt oder in einer breiten, hochmodernen Glasvase arrangiert. Erzeugt einen Kontrast zwischen Marotte und Chic, indem ihr getrocknete Rosen an einem ungewöhnlichen Ort aufbewahrt, beispielsweise in einem modernen, ganz in weiss gehaltenen Badezimmer oder auf einer Küchenablage. 











Schmückt eure Dielen!

Eine Diele ist oft entweder total vergeudeter Durchgangsraum oder zieht magnetisch Unordnung an. Kleine, an die Wand genagelte Balken oder Bretter bieten Platz für schöne Dekogegenstände (von Schuhen bis zu kleinen Holzstatuen): und für Flohmarktkunst gibt es keinen besseren Platz als in Augenhöhe angebrachte Schaukasten wie in einer Flurgalerie. Eine Diele kann das unbewusste Bindeglied zur Seele des Hauses sein und ist der perfekte Bereich, um alle möglichen persönlichen Fetische - Schuhe, ausgestopfte Möwen, Clowns, Glasfiguren etc. - zur Schau zu stellen.






Stöckchen, Steine und Naturdeko

Elaine Grove, eine Bildhauerin in Amagansett, ließ sich für die Wände ihres Esszimmers etwas ganz verrücktes einfallen: Sie dekorierte sie mit einem Alphabet aus zweigen und Ästen, die zufällig genau die Form von Buchstaben hatten. Das erinnert ein wenig an Stephan King, aber mir gefällt es sehr. Eine Freundin lässt in ihrem Bad Strandmuscheln von Marseille in echtem Meerwasser treiben. Riesige, gebleichte, gefurchte Treibholzstücke machen sich in einer kleinen Stadtwohnung genauso gut wie in einem Strandhaus (ebenso ein riesiges Ruder oder ein schöner, silbern gestrichener, an der Decke aufgehängter Ast). Schön sehen auch getrocknete Blumen und Blätter hinter Glas in einem Monumentalrahmen aus oder eine Holzvase mit einer grossen Handvoll Samenhülsen statt Blumen. Diese Ästhetik wirkt am ehesten in einem Raum mit neutralen Farben, rustikalen Texturen und Akzenten in Elfenbein, Türkisgrün und Türkisblau.





Der Kontrast machts - männlicher VS. weiblicher Stil

Mein Geschmack bei Illustrationen, Gestaltung und Design tendiert eindeutig zum Hyperfeminimen. Doch es ist nicht gut, den maskulinen Stil in einem Raum oder bei einem Dekorationsthema zu ignorieren. Das Gefühl von Fülle und Tiefe in einem Raum entsteht durch ungewöhnliche Kontraste, die sich eher mit einem guten Auge kreieren lassen als durch großzügige Ausgaben. Die Deluxe Interior-Designerin Kelly Wearstler platziert oft ein sehr aussagekräftiges, abstraktes Gemälde auf einer in Softfarben gehaltenen Wand oder arrangiert zarte Kristalle mit einer klobigen Messinglampe zu einem Tisch-Stilleben. Ihre Räume sind nie Geschlechtsneutral - krokette, feminine Details (ein Kaminsessel mit Satinbezug) flirten mit richtigen Machoteilen (ein Kopfende aus schwarzlackiertem Bambus). Falls du ein Mann bist, der einen kleinen Raum preiswert einrichten möchte, kannst du diese Idee natürlich auch umkehren. Ein weiblicher Vorstoß in eine offensichtlich männliche Domäne, etwa mit einem Bambusschaukelstuhl  oder einem Goldrahmen, zeugt von Wagemut und könnte durchaus auch den grossen Verführer verraten. 







Überklebt eure Toilettenwände
Es ist recht lustig festzustellen, das manche der vornehmsten englischen Häuser die kleinsten Bäder haben. Kein Wunder. dass man sie stille Örtchen nennt. Kein Wunder auch, dass sie Bewohner sie mit krapriziösen, exzentrischen Tapeten, originellen Radierungen und selbstgemachten Collagen verschönern. Lord Snowdon, der Fotograf der Königsfamilie, schmückte sein winziges Bad mit Postkarten und Kunstausdrucken und lackierte es anschliessend für die Nachwelt. Ich weiss, Collagen sind typisch für die psychadelischen 60er Jahre, aer mir gefallen sie. Ihr könnt euch über mehrere Wochen hinweg langsam Eure Bilderwand aufbauen und sie anschliessend lackieren. Für die Spirituellen unter euch mag das eine Wand mit Affirmationen sein, für Fashionistas bunt zusammengewürfelte Schwarzweiss Fotos von schicken Stilikonen.



Und hier neigt sich das Thema WOHNEN mit kleinem Budget dem Ende zu. Falls ihr Fragen, eigene Erfahrungen, Tipps oder Anregungen habt schreibt es mir in die Kommentare :) Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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